googleba5b9f5a209742eb.html Ich lebe

Ich lebe

25/7/2018

Ja, ich lebe. In der Tat. Etliche Freunde, Bekannte und Kollegen haben mir über Wochen geschrieben und zum Ausdruck gebracht, dass sie sich sorgen. 

 

An dieser Stelle sei gesagt: WhatsApp? Ja, nutze ich. Selten. Hin und wieder. Über FÜNFZIG ungelesene Chats zeigt mir die App an, dazu zahlreiche ungelesene Chats, die archiviert. Wieso? Weil ich nicht den ganzen Tag mein Handy im Auge habe. Instagram? Ja, nutze ich ebenso. Und ja, seit fast acht Wochen habe ich nichts von mir lesen lassen. Es gab keine Posts, auf Mails reagierte ich auch nicht. E-Mails? Empfange ich täglich. 

 

Die letzten Wochen, gar Monate waren sehr ereignisreich. Schon Anfang des Jahres stand fest, dass es eine Veränderung geben muss. Ein Umbruch musste her. Auch konnte ich kaum noch ruhig schlafen. Ich träumte oft Verrücktes. Ich schweife mal ab: Surreale Bilder sind verschlüsselte Wahrheiten. Wer seine Träume deuten kann, erfährt viel über seine eigenen Stärken und Schwächen. Denn Träume spiegeln Grundmuster der eigenen Persönlichkeit wider. 

Schon immer haben Träume die Menschheit fasziniert – viele vertreten die Ansicht, dass Träume verschlüsselte Wahrheiten über einen selbst enthalten. Träume spiegeln zudem Erfahrungen aus dem Alltag wider, so zumindest die allgemeine Annahme. Doch wacht man morgens auf, so ist die Verwirrung bei vielen meist groß. Denn die nächtlichen Bilder des Traumes ergeben zunächst nur bedingt Sinn – manchmal erscheinen sie auch völlig sinnlos.

 

Ferner kommt es einem psychischen Erdbeben gleich, sich von wichtigen Zielen, Menschen oder Orten trennen zu müssen. Tatsächlich ist der Mensch schlecht gerüstet für Abschiede. Wir sind Klammeraffen, schon von Beginn an. Der "Umklammerungsreflex" half Babys vermutlich vor Urzeiten, sich bei Gefahr fest in das Fell ihrer Mütter zu krallen. Emotional sind wir ähnlich gepolt; unser Gehirn sucht und festigt Bindungen. Auf Trennungen reagiert es ebenso intensiv wie auf körperliche Schmerzen. 

In der Arbeitswelt, im Freundeskreis, in der Familie oder gar Partnerschaft: Wer in einem Bereich eine sehr schmerzhafte Zurückweisung erfahren hat, tut sich dort oft schwer mit Abschieden. Die "Vermeider" binden sich erst gar nicht wieder oder geben bald auf, die "Ängstlich-Ambivalenten" klammern, harren zu lange in verfahrenen Situationen aus. Ein Teufelskreis: Wer bereits viel Zeit, Energie, Liebe oder Geld investiert hat, zögert den Abschied oft hinaus – und zahlt am Ende einen noch höheren Preis. Das hartnäckige Festhalten an blockierten Zielen und unergiebigen Projekten kann zu erheblichen Fehlentwicklungen führen.

 

Nun denn, die Zeit war also gekommen, etwas zu ändern. Oftmals dachte ich, geradeaus zu gehen. Oftmals dachte ich, verstanden zu werden. Und oftmals dachte ich, den Horizont zu sehen. Und jedes Mal musste ich feststellen, dass es sich um eine Illusion gehandelt hat. 

 

Lange Rede, bekanntlich kurzer Sinn: Als ich meine Zelte endgültig abbrechen wollte, spielte das Schicksal eine letzte Karte. Das Ass. Ich wurde besiegt. Im Positiven. Ich wollte ankommen. Das ist mir gelungen. Und nun setze ich alles daran, den Weg zu gehen. All die Ziele, die ich mir gesetzt habe, erscheinen plötzlich vor meinem Auge. Sie sind greifbar. Und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist nie zu spät, an etwas festzuhalten. Kämpfen lohnt sich. Nicht immer, aber doch öfter. 

 

Ich entschuldige mich bei allen, die sehnlichst auf eine Reaktion gewartet haben. Einige Menschen haben sich ernsthaft gesorgt. Pardon. Meine wahren Freunde wissen, warum ich mich nicht gemeldet habe. Sie wissen, worauf ich gewartet habe. Und das habe ich nun. Zumindest einen Teil. Und das genügt. Vorerst. ;)

 

Aus der Quelle tiefsten Herzens.   

Please reload

© 2019 by Maik Jungfleisch

  • Maik Jungfleisch auf Amazon
  • Maik Jungfleisch auf Thalia
  • Maik Jungfleisch auf Instagram
  • Maik Jungfleisch auf Twitter
  • Maik Jungfleisch per RSS Feed folgen
  • Maik Jungfleisch auf Amazon
  • Maik Jungfleisch auf Thalia
  • Maik Jungfleisch auf Instagram
  • Maik Jungfleisch auf Twitter